Die Südwestentdecker-Tour 2013

Willkommen bei den Südwestentdeckern! Kommt mit uns auf eine fantastische Reise in den bunten, lauten, schrillen, grünen, stillen, windigen, sandigen, sonnigen, felsigen, wilden, weiten und wunderbaren Südwesten der USA!

Im Juni 2013 sind wir drei Wochen lang von San Francisco nach Los Angeles über Las Vegas wieder zurück nach San Francisco gesaust und haben dabei eine unfassbare Vielfalt an Landschaften bestaunt. Familie, Freunde und Bekannte haben wir mit diesem Blog auf dem Laufenden gehalten. Vielleicht kann er aber auch anderen Reiselustigen bei der Vorbereitung helfen oder Inspiration geben… Das wäre schön!

Die Südwestentdecker-Tour 2013
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StepMap Die Südwestentdecker-Tour 2013

Ausflug zu Scherben und Bowling-Kugeln

Won’t you pick the pieces up
‚cause it feels just like I’m walking on broken glass
Walking on walking on broken glass

Annie Lennox: Walking On Broken Glass

Damit wir während unserer vier Tage in San Francisco nicht aus der Übung kamen, hatten wir uns an diesem, unserem vorletzten ganzen Urlaubstag mal wieder ins Auto geschwungen. Ein kleiner Ausflug in den Norden San Franciscos stand an. Nach schnuckeligen vier Stunden waren wir dann auch in Fort Bragg. Dort sollte es nämlich den Glass Beach geben. Auf dem Fußweg zu diesem besonderen Strand wurden wir mal wieder von dem einen oder anderen lustigen Kerlchen begleitet.

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Wie der Name schon sagt, besteht der Glass Beach zu einem großen Teil aus Glasscherben. Bis in die 80er Jahre hatten viele Bewohner von Fort Bragg ihren Glasmüll im Pazifik entsorgt. Die Scherben wurden dann wieder angespült. Vom Wasser waren sie aber so abgerundet, dass man heute darauf laufen, darin liegen und damit spielen kann – was wir dann auch ausgiebig gemacht haben.

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Obwohl es eigentlich verboten ist, die glatten Scherben mitzunehmen, gab es doch einige Sammler, die sich die Taschen vollgemacht haben. Nicht nett.

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Schöner war es da schon, zwei begeisterte Kinder zu beobachten, die mit ihren Großeltern zum Glass Beach kamen. Vor allem der Junge war hin und weg von all den glitzernden Glassteinen. Ich zitiere: „I could stay here like forever!“

Nach dem tollen Glass Beach hatten wir noch einen anderen besonderen Strand anvisiert. Und der galt als noch größerer Geheimtipp als der Glass Beach. Die Rede ist vom Bowling Beach. Also wieder ins Auto und an der schönen Pazifikküste entlang weitergefahren.

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Der Bowling Beach hat seinen Namen von vielen runden Steinen, die aus dem Wasser herauslugen. Sieht dann eben aus, als ob lauter Bowling-Kugeln aus dem Wasser ragen. Das Problem dabei: So richtig sind die Steine nur bei Ebbe zu sehen. Als wir den sehr versteckten Strand dann entdeckt hatten und über abenteuerliche Holz- und Steinwege zu ihm hinunter gelangt waren, kamen uns leider auch schon ein paar Fotografen entgegen. Das ließ nichts Gutes vermuten. Der eine bestätigte dann auch unsere Angst und sagte, dass die Steine kaum noch zu sehen seien. Enttäuschung pur, vor allem bei unserer emsigen Fotografin. Wir sind dann aber trotzdem noch hingegangen und ein paar Steine waren dann doch noch zu sehen. Und die haben dann auch noch ein paar äußerst vorzeigbare Fotos hergegeben.

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Dass wir etwas zu spät waren, hatte dann immerhin den Vorteil, dass wir den ganzen Strand für uns hatten.

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Einen großen Schreckmoment hatten wir am Bowling Beach aber auch noch zu überstehen. Als Simone ihr Stativ samt Kamera am Strand postiert hatte, kam plötzlich eine fiese Welle, die dem Stativ die Beine wegzog. Die Kamera lag dann in der Brandung und im nassen Sand. Nicht so gut. Bis heute merken wir aber keine bleibenden Schäden. Puh!

Nach dem Schreck und dem ganzen Strandhopping gab’s dann noch Dinner in Mendocino – dazu St. Pauli-Bier aus Kalifornien. Weird!

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Relativ spät machten wir uns dann auf den Rückweg nach San Francisco. Aber so gab’s für uns auch noch ’n bisschen Pazifikküste im Mondlicht.

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Der nächste Tag wird dann schon unser letzter ganzer Urlaubstag sein. Unter anderem haben wir uns dabei auf Zeitreisen zur Beat-Generation und zu den Hippies begeben – samt LSD-Kostprobe. Bald mehr dazu.

Auf und ab durch San Francisco

I been high
I been low
I been yes
And I been oh hell no
I been rock ’n roll and disco
Won’t you save me San Francisco

Every day’s so caffeinated
I wish they were Golden Gated
Fillmore couldn’t feel more miles away
So, wrap me up return to sender
Let’s forget this five year bender
Take me to my city by the Bay 

Train: Save Me San Francisco

Was soll ich sagen? Der Alltag hat uns unverschämt schnell wieder im Griff. Deshalb die lange Blog-Pause. Aber heute gibt’s wieder neues Futter.

Wir waren ja mittlerweile an unserem letzten Etappenziel San Francisco angekommen. Für die letzten vier Nächte hatten wir uns bei Inke und Jens-Peter einquartiert. Er: gebürtig aus Flensburg, Lehrer und Surfer, der irgendwann mehr surfen und weniger lehren wollte und deshalb nach San Francisco ausgewandert ist. Sie: Deutsch-Philippina, schon seit dem Studium in den USA und heute Grafik-Designerin. Die beiden leben mit ihrer Tochter in einem dieser typischen viktorianischen Häuser – und sie haben ihre Wohnung äußerst fantasievoll eingerichtet und dekoriert. Wir fanden es irgendwie unhöflich, das alles zu fotografieren, darum können wir das jetzt leider nicht zeigen.

Unseren Tag begannen wir mal wieder mit einem kräftigen Ami-Frühstück. Inke hatte uns da was empfohlen, und so konnten wir zusehen, wie ein unglaublich emsiger Koch in Windeseile diverse Köstlichkeiten für uns zauberte.

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Danach war noch ein kleiner Streifzug durch unser Viertel Haight-Ashbury drin, das ja als Hippie-Viertel bekannt ist. Und in der Tat gab es jede Menge Second-Hand-Läden und auch den einen oder anderen Alt-Hippie. Auch wenn vieles schon auf Touris ausgerichtet ist, ist Haight-Ashbury wahrscheinlich das schönste Viertel von San Francisco. Diese viktorianischen Häuser…!

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Das Wetter war an diesem übrigens für san franisconische Verhältnisse überragend. Die Stadt ist ja – wie auch bei unserer Ankunft – oft in Nebel gehüllt. An diesem Tag aber war von Nebel nichts zu sehen. Stattdessen ganz viel Sonne. Und Wind, aber dazu später mehr…

Für den Nachmittag hatten wir uns überlegt, dass es doch lustig sein könnte, mit Fahrrädern zur und über die Golden Gate Bridge zu fahren. Also zum Fahrrad-Verleih und ab dafür.

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Relativ schnell waren wir auch schon im Grünen, immer mit Blick auf den Pazifik. Und wir näherten uns der Brücke.

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Und dann war sie plötzlich da:

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Zeit für eine kleine Rast und noch mehr Brücken-Bilder

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Und dann wollten wir natürlich auch noch über die Brücke radeln. Das ging zwar, war aber gar nicht ohne. Der echt starke Wind blies uns nämlich kräftig in die Seite. Geschafft haben wir’s trotzdem.

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Danach wollten wir uns gemütlich auf den Rückweg machen. Aber Pustekuchen. Der Wind stand offenbar beim Hinweg wesentlich günstiger als jetzt. Dazu diese unglaublich hohen Hügel. Nee, da mussten wir doch immer mal wieder schieben. Hier und da machte sich sogar etwas Frust breit. Na ja, aber irgendwie zurückgekommen sind wir schon noch.

Für den Abend waren wir dann mit Timm, unserem Kollegen vom „MM“, und seiner Freundin Miriam verabredet. Die beiden hatten in den anderthalb Wochen zuvor zufällig auch den Südwesten entdeckt und in San Francisco kreuzten sich dann unsere Wege. wir wollten uns im Stadtteil Mission treffen. Als Treffpunkt hatten wir uns einfach eine Kreuzung ausgeguckt, die auf der Karte relativ zentral aussah. Da Simone und ich etwas früher und Timm und Miri etwas später als verabredet kamen, hatten wir dann Zeit, um zu erleben, was das für eine Kreuzung ist. Unsere Gastgeber hatten uns schon vorsichtig vorgewarnt, aber was da dann abging, war schon krass. Drogenabhängige, Dealer, Obdachlose, Verrückte – alle da. Neben uns ging munter die Crack-Pfeife rum, da kamen dann zum Glück Timm und Miri…

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Da Timm von American Food vorerst genug hatte, war diesmal Italienisch angesagt. Danach ging’s noch auf ’nen edlen Tropfen in ’ne Wein-Bar.

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Auf dem Weg zurück zu unserer Bleibe haben wir dann ganz viele schöne, skurrile oder lustige Schaufenster und Häuser gestreift. Hier ein Auszug.

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Das war’s dann auch erstmal schon wieder. Das nächste Mal nehmen wir euch unter anderem mit an einen gläsernen Strand und in eine große Schrecksekunde.

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And if we survive the cold and the night
in the dead of winter
We’ll watch the sunrise on the ice together
If we are to die tonight
In your arms I would lay and it never felt better
And at least we will leave here together

Said The Whale: A Cold Night Close To The End

Winter war’s zwar nicht, aber sehr kalt. Na ja, überlebt haben wir’s ja. Obwohl’s knapp war. Gar nicht mal unbedingt wegen der Kälte, sondern eher wegen des fiesen Bären, der des Nachts um unser Zelt geschlichen ist. Zumindest habe ich das gedacht. Wir sind nämlich nicht nur immer wieder vor Kälte aufgewacht, sondern ich auch einmal wegen einem gefährlich klingenden Brummen. Nachdem ich mich innerlich schon auf einen Kampf Mann gegen Bär eingestellt habe, musste ich dann aber doch feststellen, dass das Brummen sehr regelmäßig kam und doch eher menschlich als bärig klang. Da hat wohl nur jemand bärengleich geschnarcht…

Als ersten Ausflug haben wir uns an diesem Tag für den Glacier Point entschieden, einen ziemlich hoch gelegenen Aussichtspunkt im Yosemite. Zwar war der ziemlich überlaufen, aber das Panorama war natürlich trotzdem beeindruckend.

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Zwischen uns sieht man den Vernal Fall und den Nevada Fall. Zum unteren sind wir dann später noch gewandert…

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Über uns: der Half Dome.

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Yosemite war die letzte Natur-Nationalpark-Station unserer Tour. Deshalb wollten wir noch einmal eine kleine Wanderung bewältigen. Also machten wir uns auf zu den Vernal Falls – vorbei an lustigen Vertretern der Flora und Fauna, immer dem Wasser nach.

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Und dann waren wir am Fuße des Vernal Falls angekommen. Richtig spannend wurde es aber erst jetzt. Schließlich wollten wir am Wasserfall entlang nach oben klettern.

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Obwohl das Hochkraxeln echt nicht anspruchslos war, machten sich auch Familien auf den Weg. Besonders beeindruckend: Mutter mit je einem Kind an jeder Hand und einem kleineren auf dem Rücken.

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Fast oben – der Ausblick ist von hier am schönsten. Unglaublich, mit wie viel Kraft das Wasser hier runterschießt. Und einen kleinen Regenbogen gibt’s auch noch.

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Auf den letzten Meter bis zur Spitze des Wasserfalls wurde es dann immer enger.

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Doch dann waren wir ganz oben.

Ein Blick zurück auf unseren Aufstieg…

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…und den Abstieg der tosenden Wassermassen.

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Kurz bevor es runtergeht, ist das Wasser noch relativ ruhig.

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Zeit für eine kurze Rast. Wir konnten unseren Augen kaum trauen: Die Frau mit dem Stock war bestimmt schon über 70 und mehr als wackelig auf den Beinen. Wir hatten sie unten überholt und waren uns sicher, dass sie nicht mehr als ein Drittel des Weges schaffen würde. Und als wir dann oben eine Pause eingelegt haben, stand sie auf einmal neben uns! Unfassbar.

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Dann aber flugs weiter. San Francisco’s waiting!

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Unterwegs gab’s dann die lang ersehnten und nachdringlich empfohlenen In-’n‘-Out-Burger. Guter Tipp, der Laden.

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Auf dem Weg nach San Francisco wurden die Karren immer schäbiger und die Typen immer abgefahrener (hier nicht so gut zu erkennen, aber der Fahrer war echt crazy).

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Relativ spät kamen wir nach San Francisco. Simone konnte dann auch noch ein Bild der derzeit erleuchteten Bay Bridge machen. Hatte sie sich gewünscht.

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Dabei haben wir dann auch noch jemanden beim Essen gestört. Sorry, fella.

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So, das war’s von diesem Tag. Beim nächsten wird’s ziemlich sportlich, und es gibt einen kleinen Mannheim-Stammtisch.

Wasserfälle und Bären, wo man hinschaut

Don’t go chasing waterfalls
Please stick to the rivers and lakes that
You’re used to
I know that you’re gonna have it your way
Or nothing at all
But I think you’re moving too fast

TLC: Waterfalls

Papperlapapp, wir sind ihnen natürlich trotzdem hinterhergejagt, den tollen Wasserfällen. Aber der Reihe nach.

Da uns an diesem Tag noch der riesige Yosemite Nationalpark bevorstand, verzichteten wir auf einen Besuch der lustigen Kalktuffs im Mono Lake und machten uns gleich on the road. Gefrühstückt haben wir dort, wo wir am Abend vorher auch diniert haben: im Nicely’s – einem amerikanischen Diner wie aus dem Bilderbuch.

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Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Yosemite. Dieser Weg hieß Tioga Pass und stand lange auf der Kippe. Da die Region manchmal die kältesten Temperaturen in der ganzen USA erreicht, ist der Pass nämlich häufig gesperrt – wegen Schnee und Eis und so. Nun war er aber offen, und das war ein Glück. Schließlich führt er an ganz tollen (tatsächlich noch schneebedeckten) Bergen und unglaublich blauen Bergseen vorbei.

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Ach ja, und es war auch sehr sehr windig dort. Hier ein wenig an den tosenden Wellen zu erkennen (na ja, nicht wirklich, aber es war echt unglaublich windig). Simone wäre bei ihrer Foto-Action beinahe davongeflogen.

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Auch wenn’s anders aussieht: Die Urheberin des Bildes garantiert, dass hier weder Farbsättigung noch Kontraste nachträglich bearbeitet worden sind.

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Simone hat dann mal die Temperatur angetestet. Erfrischend.

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Nach langer und kurvenreicher Fahrt waren wir gegen Mittag im Yosemite Valley. Und dort empfing uns niemand geringerer als El Capitan.

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Charakterisitsch für Yosemite sind die vielen Meadows (also Wiesen) und die tollen Wasserfälle (hier die Upper Yosemite Falls). Was die betrifft, waren wir zur richtigen Zeit dort: Noch schmelzen die Eis- und Schneemassen im Gebirge und liefern so Wasser für die Fälle. Im August sind die meisten Wasserfälle nur noch kleine Rinnsale.

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Dieses Grün! Man möchte reinbeißen!

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Da wir nicht so viel Zeit für die Yosemite Falls hatten, konnten wir nicht ganz hochkraxeln. Aber immerhin zu den Lower Yosemite Falls haben wir’s geschafft.

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Da konnte man wieder so toll rumklettern – ich war restlos begeistert…

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Danach mussten wir schleunigst weiter zu unserem Campingplatz, um unser Zelt aufzubauen. Auf dem Weg gab es aber auch wieder ordentlich was für die Augen.

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Wir haben dann noch einen Stopp beim Bridalveil Fall eingelegt, der so genannt wird, weil das vom Wind verwehte Wasser ihn doch manchmal wie einen Brautschleier aussehen lässt.

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Auch da durfte ich wieder kraxeln. Große Freude!

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Auch hier gab’s wieder mal Warnschilder…

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Auch turban- und barttragende Propheten sind über die glitschigen Felsen geklettert.

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Ein Stückchen weiter auf der Straße Richtung Campingplatz kamen wir dann noch am Tunnel View vorbei, dem bekanntesten Aussichtspunkt im ganzen weiten Yosemite. Links haben wir El Capitan, in der Ferne (mittig) taucht der Half Dome auf, und rechts liegt wieder der Bridalveil Fall (hier zugegeben nicht so gut zu erkennen). Wer sieht den Mond?

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Simone hat den Ausblick zu drei verschiedenen Tageszeiten abgelichtet. Nachmittags,…

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nachts,…

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… und am frühen Morgen.

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Um uns den Abend zu vertreiben, hatten wir dann noch eine Sternenschau-Tour gebucht. Für fünf Dollar hatten wir nicht viel erwartet – gut so. Unser Tour-Guide war gerade frisch dem College entschlüpft, wo freies Reden wohl nicht so wichtig war. Nahezu jeden Satz begann sie mit „Soooo,…“, und ihre Witze waren fast so tief wie das Death Valley (oder wie dieser). Na ja, zumindest konnten wir uns über ihre unfreiwillige Komik beömmeln. Und ein bisschen was über den großen und kleinen Bären, die Corona borealis und den Drachen haben wir auch noch gelernt.

Danach ging’s zurück zum Campingplatz. Da es Bären ja nicht nur im Himmel, sondern auch im Yosemite gibt, mussten wir unsere ganzen Essenssachen und alles, was riecht, in einem „Bear Locker“ verstauen. Das ist so ein großer bärensicherer Metallkasten neben dem Zelt. Blöderweise hatten wir so Sachen wie Zahnpasta und Duschgel nicht im Bear Locker untergebracht. Und so kam es tatsächlich, dass ich nachts von einem furchteinflößenden Brummen geweckt wurde. Mehr dazu beim nächsten Mal…

Wo der Teufel Golf spielt und die Geister hausen

Now I ain’t sayin‘ she a gold digger
But she ain’t messin‘ with no broke niggaz

Kanye West: Gold Digger

Nach einer längeren Blog-Pause geht’s nun weiter. Inzwischen sind wir schon wieder zurück in Mannheim – in unseren letzten Tagen in San Francisco gab es einfach so viel zu erleben, dass keine Zeit für den Blog war. Aber fertig berichtet wird trotzdem – jetzt haben wir ja Zeit 🙂

Stehen geblieben waren wir ja im Death Valley. Dort sind wir mal wieder früh aufgestanden, um der brodelnden Mittagshitze zu entgehen. Die beiden hier haben sich wohl ähnliches gedacht…

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Wenn wir es auch nicht pünktlich zum Sonnenaufgang geschafft haben, haben wir doch erlebt, wie sich Badwater von einer Schattenwelt mit angenehmen Temperaturen in eine ebenso weiße wie heiße Ödnis verwandelt hat. Eine Ödnis der besonderen Art aber! Die Badwater-Senke liegt 86 Meter unterm Meeresspiegel und ist damit der tiefste Punkt der USA. Hier ist der Meeresspiegel markiert:

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Neben der Straße gibt es ein Becken mit Wasser, das aufgrund seines hohen Salzgehalts ungenießbar ist – daher der Name.

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Und dann kam die Sonne…a DSC_0265

…und hat sofort alles in eine Salzwüste verwandelt.

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Außer uns war kaum einer da, und je weiter man rausläuft, desto gespenstischer wird die Stille.

Am Devil’s Golf Course war’s ähnlich. Hier kann echt nur der Teufel Golf spielen…

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Ganz in der Nähe befindet sich auch der Artist’s Drive. Der heißt so, weil sich hier mal wieder Felsen in den lustigsten Farben versammelt haben – ganz so, als hätte ein Künstler seine Palette hier ausgekippt. Der richtige Ort, um sich kampfsport-künstlerisch zu betätigen…

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Eigentlich waren wir zur falschen Tageszeit da – nachmittags sollen die Farben noch intensiver strahlen. Wir fanden’s aber auch so schon ziemlich krass!

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Als wir über die Farbenfelsen gestaunt haben, fing es plötzlich hinter den Bergkuppen zu rumoren und zu grollen an. Als würde sich ein Riesen-Gewitter anbahnen. Aber weit und breit war nix zu sehen! Und dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Wir verstehen bis heute nicht, was da los war. Vielleicht hat ja der Teufel ne Runde Golf gespielt…

Whatever, wir fuhren weiter – zu den Mesquite-Sanddünen. Ein bisschen Sandwüste im Death Valley! Allerdings war es inzwischen schon zu heiß, wir konnten nur über ein paar Dünen stapfen, dann mussten wir wieder ins Auto.

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Zeit, das Todestal hinter uns zu lassen. Binnen kürzester Zeit wuchtete sich unser Gefährt mehrere Hundert Meter in die Höhe – und weil’s so heiß war, mussten wir die Klimaanlage ausschalten. Kein Spaß, sag ich euch.

Oben angekommen haben wir dann ein paar Bekannte vom Beginn unserer Reise wieder getroffen – die guten alten Joshuas!

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Jetzt standen uns ein paar Stunden Fahrt zum nächsten Ziel bevor: Bodie Ghost Town. Unterwegs trafen wir auf eine stattliche Scharfherde samt Hund und Esel.

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Irgendwie scheint der Esel aber nicht so zur Gang zu gehören.

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Die Bodie Ghost Town ist eine echte Geisterstadt, die nach San Francisco einmal die zweitgrößte Stadt Kaliforniens war und bis 1912 vor allem als Goldgräberstadt galt. Gleichzeitig war sie eine der gefährlichsten Städte überhaupt. Man erzählt sich, dass kaum ein Tag verging, ohne dass auf der Main Street jemand erschossen wurde. Nach dem Ende des Goldrausches und vor allem nach zwei Großbränden wurde die Stadt immer verlassener. Trotz der Brände sind aber einige Häuser noch recht gut erhalten und innen drin sehen die Hütten teilweise noch genauso aus, wie sie bei der Evakuierung verlassen wurden.

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Auch eine Braut schmiss sich vor der Geisterkulisse in diverse Posen. Hier aalt sie sich in der örtlichen Badewanne.

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Simone konnte dann auch nicht widerstehen und warf sich für ein paar Bilder in ihr rotes Kleid. Eine ausgezeichnete Idee, wie ich finde.

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Danach hieß es wieder: Fuß aufs Gas. Schließlich wollten wir zum Sonnenuntergang am Mono Lake sein, an dessen Ufer auch unser Motel für die Nacht war. Der Mono Lake ist ein besonders salzhaltiger und alkalischer See, aus dem sich früher vor allem die Menschen in Los Angeles reichlich für ihre Pools und ihr Trinkwasser bedient haben. Deshalb ist der See immer mehr abgesunken, was ziemlich abgefahrene Kalktuff-Formationen zum Vorschein gebracht hat.

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Zum Abschluss gibt es (auch auf besonderen Wunsch aus Köln) mal wieder ein Essensbild von unserem Dinner.

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Beim nächsten Mal nehmen wir euch mit in den Yosemite National Park – unter anderem mit einer unfreiwillig komischen Sternenführung. In diesem Sinne: Stay tuned.

Vegas bei Tag – Todestal bei Nacht

Dededededededeeee
Dededededededeeee
Dededededede
Dededededede
Dedeeeee

Ennio Morricone: For A Few Dollars More

http://www.youtube.com/watch?v=mLXQltR7vUQ

Nachdem wir aus unserem Flamingo-Bett gekrochen waren, mussten wir auch schon wieder Sachen packen. Vorher wollten wir aber noch die riesige Pool-Anlage sehen. Da gibt es sogar echte Flamingos, Pelikane und andere Vögel. Das fanden wir dann allerdings etwas grenzwertig. Auch wenn sie natürlich ein Foto wert sind.

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Heiraten konnte man auch direkt im Flamingo. Wir haben uns aber trotzdem auch am zweiten Tag dagegen entschieden. Obwohl so ’ne Hochzeit unter lauter Flamingos auch was hätte.

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Bevor wir uns wieder auf dem Highway breit machten, wollten wir uns Vegas auch noch mal bei Tageslicht anschauen. Anscheinend ist es egal, zu welcher Tageszeit man sich den Strip anschaut. Grell und durchgeknallt ist es dort wohl immer.

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Praktisch: Der Kinderwagen samt Bierdosenhaltern.

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Im M&M-Store füllte Simone dann unseren Reiseproviant auf. Auswahl gab es genug.

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Diese Hitze! Obwohl es im trockenen Nevada ja schon eine ziemlich Wasserverschwendung ist, tat das versprühte Wasser an den Bars und Cafés bei fast 40 Grad echt gut.

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Kurz vor der Abfahrt aus der „Naughty Town“ noch ein Blick auf das Stratosphere, auf dessen Spitze wir am Abend zuvor noch Kettenkarussell gefahren waren.

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Ja und dann ging es weiter. Raus aus Sin City und ab Richtung Death Valley, wo es noch heißer werden sollte. Yey!

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Um den schlimmsten Temperaturen zu entgehen (die können gerne mal an die 50 Grad reichen und mit knapp 58 Grad wurde hier vor Ewigkeiten auch mal die weltweit höchste Temperatur gemessen), hatten wir unsere Fahrt bewusst so gelegt, dass wir erst zum Sonnenuntergang im Death Valley ankamen. Das hat dann auch geklappt, und wir waren rechtzeitig am Zabriskie Point, damit Simone noch ein paar tolle Wüstensonnenuntergangsbilder schießen konnte.

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Die einzige Übernachtungsmöglichkeit, die es direkt im Death Valley gab, war dann auch unsere: die Furnace Creek Ranch.

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Hier haben wir dann auch so ziemlich alle wiedergetroffen, die vorher noch mit uns am Zabriskie Point standen. Die Sonne war mittlerweile zwar schon seit ein paar Stunden weg. Temperaturmäßig merkten wir das allerdings kaum. Kein Wunder: Um 23.30 Uhr waren es immer noch 40 Grad Celsius.

In welche unfassbaren Temperatur-Sphären sich das Thermometer am nächsten Tag geschraubt hat, an welchem rekordträchtigen Ort der USA wir uns herumgetrieben haben und wo es reichlich Kulissen für unsere Hochzeitsbilder gegeben hätte, wenn wir denn in Las Vegas geheiratet hätten: All das erfahrt ihr beim nächsten Mal.

Von den Feuerfelsen zum Sündenpfuhl

Und ich sagte: Gut, dass ich kein Alkoholiker bin und dass du kein Callgirl bist
Und gut, dass es in Deutschland keine Stadt gibt, die wie Las Vegas ist

Funny van Dannen: Las Vegas

Wir hängen ein bisschen hinterher mit den Berichten – aber so ein Blog braucht auch Zeit und vor allem Internetzugang, und den haben wir nicht immer… Bevor wir euch nun in die Sündenstadt Las Vegas mitnehmen und die spannende Frage nach der Spontanvermählung klären,  gibt’s ein paar Eindrücke aus dem Valley of Fire. Das ist ein kleiner State Park in Nevada, nicht weit weg von Vegas. Ist nicht besonders bekannt, aber ich hatte gelesen, dass es dort tolle Felsformationen in den buntesten Farben geben soll, und das klang spannend.

Der erste Eindruck: Das Feuertal trägt seinen Namen zu Recht. War’s da heiß! 103 Grad Fahrenheit hat unser Auto gemessen, das sind 39,4 Grad Celsius. (Wobei ich gerade gelesen hab, dass es bei euch zu Hause ähnliche Werte gab/gibt?! Was ist denn da los?)

Rumgeklettert sind wir trotzdem ein bisschen.

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Jan sitzt im Auge eines Riesen-Monsters:

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Und lustige  Tierchen gab es auch. Das würde dir gefallen, oder, Susi (D.)? 🙂

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Sieht aus wie eine Kobra, oder?

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Und einen Arch, also einen Felsbogen, gab es auch. Der war übrigens bei weitem nicht so klein, wie es auf dem Bild wirkt…

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Jan war zwischendurch ein bisschen platt, ich musste ihn mitziehen…

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Aber es hat sich gelohnt! Diese Farbenvielfalt dort war umwerfend. Mit der Kamera lässt sich das leider nicht ganz einfangen, aber wer genau hinsieht, erkennt vielleicht neben den dominanten Ocker- und Rottönen auch Felsbereiche in Pistaziengrün, Vanillegelb, Flieder, Aschgrau, Toffeebraun und Orange.

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Dann beschlossen wir, eine kleine Wanderung zu wagen – trotz der Warnungen vor der Hitze, die es am Parkeingang gab. Im Valley of Fire versteckt sich nämlich die „Fire Wave“, eine Feuerwelle also, die der Original-Wave bei Page ähnlich sein soll – und die frei zugänglich ist. Man muss sie nur finden. Anfangs waren noch zwei Mädels vor uns…

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…, die haben wir aber schnell eingeholt. Dann mussten wir den Weg allein finden – gekennzeichnet war er nur mit diesen Stöcken:

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Und dann, nach einer doch ziemlich langen und in der Hitze seeehr anstrengenden Wanderung, lag sie vor uns:

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Tadaaa!

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Sorry, jetzt gibt’s ein paar Wave-Bilder – ich konnte mich nicht entscheiden.

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Der Rückweg zog sich wie Kaugummi. Als wir es fast geschafft hatten, kam uns ein mittelaltes Paar entgegen – ohne Wasser!!! Ich mach mir immer noch ein bisschen Sorgen, ob sie es überlebt haben.

Obwohl wir danach ziemlich erledigt waren, mussten wir weiterfotografieren. Die Felsen hier links sehen doch aus wie Geister, oder?

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Diese Farben!

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Hihi, eine Maus gab es auch. (Jan findet, sie sieht aus wie ’ne Katze…)

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Ob Edvard Munch sich im Valley of Fire zu seinem Bild hat inspirieren lassen?

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Mittlerweile war schon der Abend angebrochen, und wir wollten ja noch nach Las Vegas. Aber Jan wollte unbedingt noch zum Elephant Rock – diesmal hat er mich mitgeschleppt.

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And here it is:

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So. Jetzt hieß es: Gas geben – und ab nach Vegas, ins Hotel Flamingo. Was ein Szenenwechsel!

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Das ganze Geflimmere und Geblinke und Gedudele hat mich ziemlich überfordert – ich wollte einen Drink. Wie gut, dass es im Paris Strawberry Margaritas in Eiffeltürmen gab, die ungefähr 23 Liter gefasst haben! (For the record: Nach einem Drittel von dem Ding war mir so schwummering, dass ich es stehen lassen musste. Diese Oversize-Sache ist nicht so meins. Ich bin keine gute Amerikanerin.)

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Natürlich haben wir uns auch die Wasserfontänen am Bellagio angesehen – mit Massen anderer Leute.

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Und dann wurde ich noch von Chubaka angefallen. Ich weiß nicht, ob er mein Ohr anknabbern oder den Strawberry Margarita probieren wollte – aber nachdem ich ihn in die Schranken gewiesen habe, sind wir ganz gut miteinander ausgekommen.

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Beim Pizza-Essen wurde Jan ein bisschen melancholisch.

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Das kann man in dieser Stadt aber auch leicht werden. Alles ist so verrückt hier! Und es sind ja nicht nur junge Leute, die hier bis spät nachts unterwegs sind.

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Auch Vierjährige waren noch um ein Uhr nachts unterwegs…

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—und Junggesellenabschiede. Und Hochzeitspaare. Und, vor allem: Menschen ohne Stil. Las Vegas ist nicht nur die Stadt der Spielsucht und der Sünden – es ist auch die Stadt der Stillosigkeit! 98 Prozent der Frauen hier hatten Minikleider an, die genauso eng wie kurz wie grauenhaft waren. Und an wiederum 98 Prozent sah das auch ganz unschön aus. Was ist da denn nur los?

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Okay, schlechtes Beispiel, die hier hatten Leggins an. Aber – seid froh, dass die Fotos dazu fehlen!

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Vorm Mirage ist der Vulkan ausgebrochen:

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Und im Venetian konnten wir es gar nicht fassen, wie realistisch dieser blöde Wolkenhimmel über den Kanälen aussieht. Tageslicht um halb zwei!

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Weil wir noch nicht genug erlebt hatten, beschlossen wir, zum Stratosphere Tower zu fahren und eins der Fahrgeschäfte da oben auszuprobieren.

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Wir entschieden uns für eine Art Kettenkarussell – man dreht sich etwa 260 Meter über Las Vegas. Nieder mit der Höhenangst!

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Eine Braut ist auch mitgefahren:

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Die Braut war aber nicht ich. Denn, wer hätte es gedacht, geheiratet haben wir nicht. Lustig war’s aber auch so – und seeehr anstrengend. Um vier sind wir dann ins Flamingo-Bett gefallen.

Ob wir auch das Tal des Todes unbeschadet überlebt haben, erfahrt ihr dann beim nächsten Mal!

Ein Besuch bei Engeln

There’s no need to be scared
You’re always on my mind
You just take a giant step,
One step higher,
The air will hold you if you try

Salt Talk: Angels Landing

So, heute sollte es also ernst werden: Wir hatten vor, zu Angels Landing zu wandern. Das ist einer der anstrengendsten und auf alle Fälle der höchste Wanderweg in Zion. Ich hatte schon im Vorfeld viele verrückte Bilder von dort gesehen, und im Bus dorthin (mit dem Auto darf man nicht durch Zion fahren) und auf Hinweisschildern wurde man dann auch ständig gewarnt. Zwar wandert man insgesamt nur 8 Kilometer, aber die haben’s in sich, besonders das letzte Drittel: da muss man nämlich den 454 Meter hohen Angels-Landing-Felsen rauf – auf einem Weg, der nicht gerade aussieht wie ein Weg. Wer hoch will, muss über zum Teil ziemlich hohe Felsen klettern – und direkt daneben geht’s Hunderte Meter in die Tiefe. Aber seit 2004 sind hier nur sechs Leute gestorben. Wir waren also total enthusiastisch!

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Na ja, ein bisschen Bammel hatte ich doch. Aber vielleicht liegt mein leicht debiler Blick auch an der frühen Stunde. Wir sind schon um sieben losgewandert, nachdem uns das mehrere Leute ans Herz gelegt hatten. Wer mittags losgeht, muss sich nämlich durch die Sonne plagen, und das ist echt kein Spaß.

Auf den Gipfel oben links sollte es also gehen:

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Nach einer Stunde kamen wir am Scout’s View an, einem Aussichtspunkt vorm letzten harten Drittel. Auch hier war der Blick nach unten schon nichts für Carinas und andere Höhenangstgeplagte. Ich hatte vorher Bammel, dass mich da auch die Akrophobie packen würde, und hatte mir vorgenommen, erst hier zu entscheiden, ob ich das letzte Drittel wagen würde. Aber zum Glück blieb ich verschont – ich fand’s einfach nur toll.

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Jan kam allerdings ins Schwanken:

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Okay, ich auch.

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Nicht schimpfen, ihr zu Hause! Das war alles ganz sicher dank der Ketten, an denen man sich festkrallen konnte.

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Ein Blick zurück…

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…und ein Blick nach vorn.

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Noch ein paar Felsen lagen vor – uuund dann haben wir’s geschafft! Angekommen auf dem Landepunkt der Engel. Hui!

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Hier gibt’s auch so was ähnliches wie den Horseshoe Bend. Nur dass es hier der Virgin River ist, der ’ne Schleife macht:

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War etwas schwierig, hier gute Bilder zu machen, weil ein Teil noch im Schatten lag, der andere aber schon äußerst sonnenüberflutet war. Aber man kriegt einen Eindruck, hoffe ich.

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Und falls sich der aufmerksame Fotobetrachter fragt, woher diese schwarzen Ecken bei manchen Bildern kommen: Das ist mein Billig-Weitwinkel-Aufsatz, den ich mir kurz vorm Urlaub noch geholt hab, damit ich mehr von diesem riesigen Land auf meine Bilder bekomme. Und es erfüllt seinen Zweck, schwarze Ecken hin oder her!

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Dann ging’s auch schon wieder auf den Rückweg, mit kleinen Pausen zwischendurch. Bei der Sonne war das echt schon viel anstrengender.

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Geschafft! Jans Optimismus vom Anfang ist nicht enttäuscht worden.

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Nach viereinhalb Stunden waren wir wieder unten – extrem stolz auf uns und extrem k.o. Die kurzen Nächte und die Anstrengungen der letzten Tage haben sich jetzt doch so langsam bemerkbar gemacht. Wir waren deshalb sehr glücklich über unser supertolles Hotel – das beste in dem ganzen Urlaub, sag ich jetzt mal. Im Grunde hatten wir dort kein Zimmer, sondern ein kleines Apartment mit tollem Balkon. Dort haben wir den Nachmittag verbracht – und am Pool natürlich. Ein paar Stunden „normaler“ Urlaub 🙂

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Ganz lassen konnten wir das mit dem Wandern aber nicht – wir wollten unbedingt noch die Emerald Pools sehen. Das sind kleine natürliche Becken mit Wasserfällen. Davon gibt’s drei Stück, und je weiter man wandert, desto schöner sollen sie werden – wir haben’s nach dem krassen Tag dann aber doch nur bis zum ersten geschafft.

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Das war also Zion. Ob uns am nächsten Tag das Wasser im Tal des Feuers gereicht hat und ob wir in Las Vegas spontan geheiratet und das Ganze mit tätowierten Ringen besiegelt haben, erfahrt ihr beim nächsten Mal!

Wandern im Wasser

Now there’s a beautiful river in the valley ahead
There neath the oaks bough soon we will be wet
Should we lose each other in the shadow of the evening trees
I’ll wait for you
And should I fall behind
Wait for me

Bruce Springsteen: If I Should Fall Behind

Beim Bryce-Canyon klingelte der Wecker mal wieder besonders früh. Den Sonnenaufgang über dem rotfelsigen Amphitheater wollten wir uns nicht entgehen lassen. Und das, obwohl wir echt müde waren. Der Höhenunterschied (Bryce liegt auf 2400 bis 2700 Metern) hatte sich nämlich bei uns in akuter Schlappheit bemerkbar gemacht. Als wir dann trotzdem pünktlich um 6.05 Uhr auf dem Sunrise-Viewpoint standen, waren wir erst enttäuscht. Jede Menge Wolken versperrten der Sonne den Weg. Es tröpfelte sogar etwas. Fast stellte sich schon der Frust ein, als dann doch noch die Sonne kam, die roten Felsen ein bisschen anstrahlte und Simone wieder mal ein paar ganz tolle Bilder machen ließ.

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So sah das Amphitheater aus, bevor die Sonne durchkam.

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Da lugte sie langsam hervor und leuchtete ein paar Felssäulen an.

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Und da war sie dann da:

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Damit waren wir dann für das frühe Aufstehen entschädigt. Auch wenn ich den morgendlichen Ausflug beinahe mit meinem Handy bezahlt hätte. Das war mir nämlich aus der Tasche und ein Stück den Canyon runtergerutscht. Zum Glück blieb es an einem Felsvorsprung hängen, so dass ich es noch bergen konnte.

Eigentlich wollten wir ja noch viel mehr vom Bryce Canyon sehen, aber nach dem Sonnenaufgang mussten wir uns doch noch mal kurz hinlegen und dann zügig weiter zum nächsten Ziel – dem Zion-Nationalpark. Der Weg dahin hatte auch was.

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Der Zion-Nationalpark empfing uns dann mit mächtigen Felsen und steilen Serpentinen. Das hier ist zum Beispiel der Checkerboard Mesa, also Schachbrett-Tisch – sein Name kommt daher, dass der Sandstein nicht nur waagrechte, sondern auch senkrechte Furchen hat.

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Für den späten Nachmittag hatten wir uns eine Wanderung vorgenommen. Eine besondere Wanderung: Statt über Wanderwege wollten wir nämlich durch einen Fluss, den Virgin River, wandern. Dieser führt durch die sogenannten Narrows. Das sind ganz enge Felsschluchten. Da zwischen den Felsen gerade mal der Virgin River Platz findet, müssen Wanderer eben durch den Fluss und über dessen glitschige Steine durchwaten. Ohne richtige Ausrüstung geht da nicht viel. Das hatten wir zum Glück von ein paar Amis aus unserer Fotografen-Tour im Antelope Canyon erfahren.  Sonst wären wir da wahrscheinlich einfach so rein. So sind wir in den nächsten Outdoor-Ausrüstungs-Laden und haben uns mit Wasserschuhen und Wanderstöcken ausgestattet.

Und dann ging’s los. Anfangs noch etwas wacklig, konnten wir uns nach und nach immer sicherer durch den Fluss bewegen. Was ein Spaß! Und bei knapp 40 Grad genau das Richtige. Dazu diese gigantisch steilen Felswände. Der Wahnsinn!

Hier der Einstieg in den Virgin River.

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Teilweise gab es auch trockene Stellen, doch irgendwann wollten wir nur noch durchs Wasser.

Super Schuhe (und schöne Neoprensocken), oder?

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Einige gingen sogar gar nicht mehr durchs Wasser, sondern schwammen.

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Bis über die Knie im Wasser – da blieb die Hose nicht immer trocken…

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Auf halber Strecke gab’s dann ’ne kleine Stärkung. Zum Glück hatte ich mich am Abend zuvor für die Wagenrad-Pizza entschieden und war kläglich daran gescheitert. Die Reste davon gab’s am Fluss.

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Der Rückweg war genauso spektakulär. War ja auch der gleiche wie der Hinweg. Und sah doch irgendwie ’n bisschen anders aus.

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Von den Felswänden kommen an manchen Stellen kleine Wasserfälle runter und füllen den Fluss ein wenig auf.

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Der Zion-Nationalpark hatte uns also schon einen echten Höhepunkt beschert. Doch am nächsten Tag, da sollte er noch eins draufsetzen. Statt in reißende Flüsse ging es da nämlich in schwindelige Höhen. Ob wir’s bis ganz oben auf Angel’s Landing gepackt haben, erfahrt ihr beim nächsten Mal…